Home

Zur Person

Sebastian Gemkow wurde am 27. Juli 1978 in Leipzig geboren. Von 1998 bis 2004 absolvierte er an den Universitäten Leipzig, Hamburg und der Humboldt-Universität Berlin ein Studium der Rechtswissenschaften. Nach seinem ersten juristischen Staatsexamen 2004 arbeitete er als Referendar in Leipzig und konnte daraufhin 2006 sein zweites Staatsexamen ablegen. In der Folge ließ er sich als Rechtsanwalt in Leipzig nieder.

Seit 1998 ist Gemkow Mitglied der CDU. Bei der Landtagswahl 2009 gelang ihm als Direktkandidat im Wahlkreis Leipzig 2 der Einzug in den Sächsischen Landtag. Im Landtag gehört er dem Ausschuss für Wissenschaft und Hochschule, Kultur und Medien, dem Wahlprüfungsausschuss, dem Parlamentarischen Kontrollgremium sowie dem 1. Untersuchungsausschusses des 5. Sächsischen Landtags „Abfall-Missstands-Enquete“ an.

Sebastian Gemkow ist seit 2010 Präsident des Parlamentarischen Forums Mittel- und Osteuropa e. V., einer überparteilichen Vereinigung sächsischer Parlamentarier und Verantwortungsträger aus Wirtschaft und Gesellschaft, die eine Zusammenarbeit zwischen sächsischen sowie mittel- und osteuropäischen Akteuren aus Politik und Verwaltung fördert, mit dem Ziel, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und gesellschaftliche Entwicklungen zu unterstützen.

Sebastian Gemkow ist evangelisch-lutherisch, verheiratet und Vater einer Tochter.

Seine Hobbys sind Recht, Politik, Antiquitäten, Kunst und Tauchen.

Ein paar Zeilen zu meinem Werdegang nach dem Abitur

 

Ich bin ein Absolvent der Neuen Nikolaischule und ehemalige Lehrer baten mich, für das Jahrbuch 2012 – das zum 500-jährigen Bestehen unserer 1. Bürgerschule Leipzigs erschien –  ein paar Zeilen zu meinem Werdegang nach dem Abitur beizusteuern. Das habe ich gern getan und es erschien folgender Text:

 

„Mündliches Abitur, Prüfung Mathematik, Wahrscheinlichkeitsrechnung – ich sehe mein bisheriges Leben an meinen Augen vorüberziehen. Soll so das Ende der zwölfjährigen Durststrecke aussehen? Jeder Punkt zählt. Hier in der Stochastik ist er beim besten Willen nicht zu holen. Zweiter Prüfungskomplex Kurvendiskussion. Jetzt die Kurve noch kriegen! Und tatsächlich, auf den letzten Metern gelingt das Unglaubliche. Das Bestehen der mündlichen Prüfung und damit der Abschluss des zwölfjährigen Martyriums.

So – wenn auch etwas pointiert – erinnere ich mich an die letzten, entscheidenden Stunden an meiner Schule, dem Nikolaigymnasium in Leipzig. Damit fiel eine wirkliche Last von meinen Schultern und ich freute mich auf das Leben draußen, ohne Schule. Etwas Zeit war ja noch bis zu neuen Verpflichtungen und so liebte ich es etwa mit Klassenkameraden am Morgen schon in die Stadt zu gehen und einen Kaffee zu trinken. Etwas, was bis dahin unmöglich war, wollte man nicht den Unterricht schwänzen. Selten habe ich ein Frühstück in der Stadt so genossen wie in dieser Zeit, als ich anfing, die Welt außerhalb der Schule zu entdecken. Und die Welt ist sehr groß nach der Enge des Klassenzimmers. Das Verlassen der Schule ist wie eine Explosion der Möglichkeiten, aber auch der Verantwortung für sich selbst. Ich hätte mir diese Freiheit schon früher gewünscht und habe sie mir hin und wieder genommen, nicht ohne Folgen. Gerade die ersten Jahre meiner Schulzeit am Nikolaigymnasium waren geprägt von den gesamtgesellschaftlichen Transformationsprozessen in den neuen Bundesländern nach der friedlichen Revolution. So wie das gesamte Land mit neuen Gesetzen, neuen Werten, einem neuen Gesellschaftssystem nebst all seinen Herausforderungen umgehen musste, so mussten sich auch Lehrer und Schüler mit dem neu geschaffenen Schulsystem vertraut machen. Wir setzten damals mit der siebenten Klasse am Gymnasium ein – relativ spät nach heutigen Maßstäben – und waren so eine bunt zusammengewürfelte Truppe aus vielen verschiedenen Leipziger Schulen. Für die Lehrer galt das entsprechend. Ich kann nicht beurteilen, wie das Klima in unserer Klasse unter heutigen Bedingungen wäre. Damals war das Miteinander geprägt von einer Aufbruchstimmung, aber auch immer noch von dem Gefühl, die Freiräume des gesellschaftlichen Wandels ausnutzen zu können. Für mich kann ich sagen, dass dies einerseits befruchtend gewirkt hat. Andererseits erforderte es aber auch ein großes Maß an Selbstdisziplin, in diesem Regelvakuum nicht verloren zu gehen. Mir fiel das damals nicht leicht. Andernfalls wäre mir manche schulische Herausforderung sicher leichter gefallen. Trotzdem schöpfe ich bis heute aus einem großen Schatz allgemeiner Bildung, die mir unsere Schule vermittelt hat. Und vor allem habe ich viele meiner bis heute besten und zuverlässigsten Freundschaften während der Schulzeit geschlossen. Sie sind der größte Schatz, den ich meiner schola nicolaitana verdanke.“

Seitenanfang | | Textversion



 

Home