DGB Region Dresden - Oberelbe
 



Welttag für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober 2009

Teilnahme an Aktionen in Berlin

Am 7. Oktober findet zum zweiten Mal der „Welttag für menschenwürdige Arbeit“ (world day of decent work) statt, der vom Internationalen Gewerkschaftsbund (IGB) koordiniert wird. Angesichts weltweiter Arbeitsplatzverluste und Einkommenskürzungen, aufgrund der Weltwirtschaftskrise, ist der diesjährige Welttag ein äußerst wichtiger Anlass für die internationale Gewerkschaftsbewegung, um Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf unsere Forderungen zur Beendigung der Krise und zum Aufbau einer neuen, humaneren Weltwirtschaft zu lenken. Menschenwürdige Arbeit für alle steht im Mittelpunkt dieser Forderungen.

AUFRUF DES INTERNATIONALEN GEWERKSCHAFTSBUNDES

Arbeit schaffen – weltweit!

Die Wirtschaftskrise gefährdet die Arbeitsplätze und die Zukunft von Menschen überall auf der Welt. Jahrzehntelange Deregulierung und die Habgier und Exzesse einer kleinen Minderheit haben die Welt in die tiefste Rezession seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts gestürzt. Im Mittelpunkt der Regierungsbemühungen um die Wiederankurbelung des Wirtschaftswachstums und den Aufbau einer neuen globalen Wirtschaft, bei der es vorrangig um die Menschen geht, muss daher menschenwürdige Arbeit stehen. Gemeinsam fordern wir eine neue globale Wirtschaft, die sich auf soziale Gerechtigkeit stützt und:
- menschenwürdige Arbeit für alle, einschließlich der uneingeschränkten Achtung der Gewerkschaftsrechte, ermöglicht;
- auf einer wirksamen, demokratischen und verantwortungsvollen internationalen Lenkung ("Global Governance") basiert, bei der die Bedürfnisse der Menschen an erster Stelle stehen;
- für eine strenge Regulierung der Finanzmärkte sorgt, so dass die Finanzwelt im Dienste der realen Wirtschaft steht und die reale Wirtschaft im Dienste der Menschen;
- die Achtung der Rechte aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer garantiert und Armut, Ungleichheit, Diskriminierung und Ausbeutung ein Ende setzt und
- durch grüne Investitionen und grüne Arbeitsplätze für Nachhaltigkeit sorgt.

Macht mit am Welttag für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober 2009 bei der Kampagne des Internationalen Gewerkschaftsbundes für wirtschaftliche Erholung und Reform!

Gemeinsame Aktion in Berlin


Der DGB-Bundesvorstand und der DGB-Bezirk Berlin-Brandenburg führen zum diesjährigen Welttag für menschenwürdige Arbeit viele Aktionen zusammen mit internationalen Gästen und Partnern in Berlin durch. Das Programm besteht im Zeitraum von 16.00 bis 19.00 Uhr aus drei Teilen:


a) drei dezentrale Aktionen vor den Bundesministerien für Arbeit und Soziales, Wirtschaft und Technologie und Auswärtiges
b) einem Fußmarsch von den drei Orten zu einem gemeinsamen Treffpunkt Unter den Linden / Glinkastraße und anschließender Lichterkettendemo zum Brandenburger Tor,
c) einer Abschlussveranstaltung auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor mit Ansprachen und Kulturprogramm.

Wir möchten die Aktionen in Berlin unterstützen und planen am 7. Oktober einen Bus von Dresden nach Berlin fahren zu lassen. Wir rufen daher zur aktiven und engagierten Beteiligung auf, um das globale Anliegen für menschenwürdige Arbeit zu unterstützen.


Abfahrt ca. 13.00 Uhr vom Schützenplatz Dresden
Rückfahrt ab Berlin ca. 19.00 Uhr


Die Mitfahrt ist kostenlos.
Um Anmeldung wird gebeten:
dgb@dresden.de oder Tel.: 0351-8633150

Streik an Schulen - Lehrer machen Pause

Nächste Woche wollen die sächsischen Lehrer zum ersten Mal flächendeckend streiken.

Am Dienstag fällt der Startschuss. In Chemnitz, Leipzig und Dresden sind Warnstreiks geplant, sagte Jens Weichelt, Vorsitzender des sächsischen Lehrerverbandes. "

Mit den Streiks reagieren die Pädagogen auf die gescheiterten Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst am Montagabend. Die Gewerkschaften verlangen acht Prozent mehr Gehalt oder aber mindestens 200 Euro mehr monatlich für ihre Mitglieder.

Voraussichtlich erst am Freitag steht fest, wie viele Lehrer sich am Warnstreik beteiligen wollen.

Das Kultusministerium weist darauf hin, dass die Schulen auch im Streikfall eine Aufsichts- und Betreuungspflicht gegenüber den Schülern haben. "Die Schultüren stehen auch an den Streiktagen offen", so das Sächsische Kultusministerium. Der Unterricht fällt an den bestreikten Schulen nicht automatisch aus.

Je nach Streikbeteiligung der Lehrer werden Betreuungspläne aufgestellt bzw. findet eine Beschulung statt. Die Schulleitungen werden die Eltern schnellstmöglich darüber informieren, wie der Schulbetrieb am Dienstag und Mittwoch der nächsten Woche sichergestellt wird. Schulleiter haben im Ausnahmefall auch die Möglichkeit – in Absprache mit der Gewerkschaft bzw. der örtlichen Streikleitung so genannte Notdienstarbeiten anzuweisen.

Das Ministerium widerspricht damit einer Information der GEW Sachsen und des Sächsischen Lehrerverbandes, die in einem Elternbrief mitteilen, dass an Schulen, die sich am Streik beteiligen, generell kein Unterricht stattfindet. Derzeit finden im Öffentlichen Dienst Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Bundesländer statt. Die dbbTarifunion und die GEW Sachsen haben für den 3. und 4. Februar zu Warnstreiks aufgerufen.

Quelle: Dresden Fernsehen, Donnerstag, 29. Januar 2009


GEW-Warnstreik in Dresden

„Anschluss halten – 8 % mehr für Landesbeschäftigte!“

Rund 2000 Lehrerinnen und Lehrer trafen sich am 3. Februar zum Warnstreikfrühstück im Volkshaus Dresden. Der Konferenzsaal wurde zum Streiklokal umfunktioniert, in dem sich die Streikenden in die Listen eintragen konnten und bei einem Streikkaffee Informationen austauschen.

Der Höhepunkt war eine gemeinsame Kundgebung mit den Gewerkschaften ver.di und GdP sowie dem SLV. Die Rednerinnen und Redner bekräftigten immer wieder, dass die Landesbeschäftigten nicht wie Beschäftigte zweiter Klasse behandelt werden dürfen, sind sie es doch, die tagtäglich sich dem Wichtigsten dieser Gesellschaft – den Kindern – widmen. "Lehrerinnen und Lehrer sind nicht nur dazu da, Bildung zu vermitteln, sie sind Sozialarbeiter, Psychologen, Kinderärzte alles in einem", betonte eine Vertreterin des Elternsprecherrats. Deswegen ist die Forderung nach 8 % bzw. mind. 200 Euro mehr Lohn berechtigt. Mit "Zwangsteilzeit", die im Freistaat eingeführt wurde, mussten sich die Lehrerinnen und Lehrer "den Kündigungsschutz erkaufen", sagt Uschi Kruse, GEW-Landesvizechefin, während im Westen die Landesbeschäftigten verbeamtet würden. Unterstützt wurden die Streikenden in ihren Forderungen auch vom Fraktionsvorsitzenden der LINKEN, André Hahn, dem einzigsten Vertreter des Sächsischen Landtags. sb

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